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Schnellzug-Elektrolokomotive

E 04 01

Für den Einsatz auf den Flachlandstrecken des mitteldeutschen Braunkohlegebietes zwischen Leipzig und Bitterfeld lieferte AEG 10 zwischen 1931 und 1932 von der DRG bestellte Lokomotiven.

Im Jahre 1931 traf die Deutsche Reichsbahngesellschaft (DRG) die Entscheidung, die Strecke Stuttgart-Ulm-München auf elektrischen Zugbetrieb umzustellen. Für den Schnellzugdienst auf dieser Strecke wurde eine Lokomotive mit vier angetriebenen Achsen benötigt. Dies war unter anderem erforderlich, weil sich zwischen Geislingen an der Steige und Amstetten ein Steigungsabschnitt mit 20 Promille befindet. Im Bestand der DRG befand sich bereits eine geeignete Lokomotive, die dieses Zugförderungsprogramm erfüllen konnte, die BR E 17.

Quelle: DB Museum

Im Bestand der DRG befand sich bereits eine geeignete Lokomotive, die dieses Zugförderungsprogramm erfüllen konnte, die BR E 17. Diese Lokomotiven waren ab 1928 in größerer  Stückzahl beschafft worden und wurden zu dieser Zeit im Raum Halle/Leipzig, Bayern und Schlesien eingesetzt. Allerdings waren die Leipziger Lokomotiven für die dortigen Zugförderungsaufgaben im reinen Flachland völlig überdimensioniert.

Die DRG beschloss darauf hin, eine neue leichte Schnellzuglokomotive mit drei angetriebenen Achsen in Auftrag zu geben. Die Höchstgeschwindigkeit wurde auf 130 km/h, die Achsfolge auf 1´Co1´festgelegt. Die neue Lokomotive erhielt die Baureihenbezeichnung E 04.

Bei der Neukonstruktion übernahm man von der E 17 den AEG Kleinow Federtopfantrieb, die aufwendige Rahmenkonstruktion übernahm man hingegen nicht, sondern verwendete den einfacheren und billigeren Blechrahmen. Als Haupttransformator entschied man sich wieder für einen konventionellen Öltrafo, da sich der Trockentransformator der E 17 nicht sonderlich bewährt hatte.

Die erste Lokomotive wurde 1933 geliefert und sofort umfangreichen Testfahrten unterzogen. Die neue Lok entsprach allen Erwartungen, in manchen Bereichen wurden sie sogar übertroffen. Allerdings musste man eine zusätzliche Laufradbremse nachträglich einbauen, da sich bei den Testfahrten die Bremse als zu schwach ausgelegt herausstellte.

Die Lokomotiven wurden dann wie vorgesehen im Raum Halle Leipzig eingesetzt. Ein weiteres Baulos wurde für die Strecke München-Nürnberg beschafft, da auch diese Strecke ab 1935 elektrisch betrieben wurde. Die süddeutschen Loks waren in München, Nürnberg und Augsburg beheimatet.

Im Laufe des zweiten Weltkrieges wurden die Lokomotiven mehrfach umstationiert, so dass am Ende des Krieges die Mehrzahl der Loks im Bereich der sowjetischen Besatzungszone (SBZ) stand. Lediglich die Loks E 04 17-22 verblieben im Bereich der Deutschen Bundesbahn. Aufgrund der Anordnung der Besatzungsmacht wurde am 29.03.1946 der elektrische Zugbetrieb in der SBZ eingestellt und alle Anlagen und Lokomotiven in die Sowjetunion abtransportiert. 1952/53 wurden die Anlagen und Lokomotiven größtenteils zurückgegeben, so dass im Bereich  der DDR Reichsbahn erneut ein elektrischer Zugbetrieb aufgebaut werden konnte. Auch die E 04 kehrten zurück und wurden mit großem Aufwand wieder instand gesetzt.

Das Einsatzgebiet war wie vor dem Kriege der Raum Halle Leipzig. Die meisten Lokomotiven wurden bis Mitte der siebziger Jahre im Zugdienst eingesetzt, die Lokomotiven der Deutschen Bundesbahn wurden bis 1979 vom Bw Osnabrück aus im Nah- und Eilzugdienst verwendet.

Im Bestand des DB Museums befinden sich die Lokomotiven E 04 01 im Zustand der DDR Reichsbahn und die Lok E 04 20 im Zustand der DRG. Erstere ist im Leipziger Hauptbahnhof auf dem Museumsgleis zu bewundern, letztere vor der Konzernzentrale in der Stephensonstraße in Frankfurt am Main.

Baureihendaten
erstes Baujahr1932
Achsfolge/Bauart1'Co1'
Treibrad-Durchmesser1.600 mm
Eigengewicht92,0 t
Länge ü. P.15.120 mm
Geschwindigkeit110 Km/h
AntriebKleinow-Federtopfantrieb
Leistung2.010 kW
Stromsysteme15 KV 16 2/3 Hz, Oberleitung
KupplungsartSchraubenkupplung

Fahrzeugdaten
angebrachte Fz-BezeichnungE 04 01
UIC-Nummer204 001-2
ehem. Fz-BezeichnungE 04 01
HerstellerAEG
Fabriknummer4681/1932
Indienststellung02.12.1932
Ausmusterung28.04.1976
Beheimatungen Leipzig-Hbf-West, Magdeburg-Hbf, als Reparation in die UdSSR, Halle P, Leipzig-Hbf-West
Standort DB Museum, Standort Leipzig Hbf


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