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26. September 2017

25 Jahre Bahncard: Mehr als nur eine Rabattkarte

Zum 25-jährigen Jubiläum der Bahncard am 1. Oktober 2017 beschäftigen wir uns mit der kurzen aber doch wechselvollen Geschichte einer millionenfach verkauften Karte.

Die Bahncard ist neben dem ICE  die bekannteste Marke des Deutsche  Bahn Konzerns.  Nachdem der Betrieb des ICE im Jahr 1991 aufgenommen worden war, folgte im Jahr darauf, am 1.Oktober 1992, der Verkaufsstart der Bahncard. Der Erfolg war von Anfang an immens. Bereits nach drei Monaten wurde die Bahncard eine Million Mal an den Mann oder die Frau gebracht. Zuerst nur für die zweite Klasse erhältlich, folgte am 16. November  eine Karte für die 1.Klasse. Diese kostete 440 D-Mark und war damit genau doppelt so teuer wie die Bahncard der zweiten Klasse. Senioren, Junioren, Ehepartner und Familien zahlten ermäßigte 110 D-Mark. Noch billiger war es für Jugendliche und Kinder, die gar nur 50 D-Mark berappen mussten. Die Höhe des Rabatts war dabei einheitlich: 50% auf den jeweiligen Fahrpreis, egal ob 1. oder 2. Klasse.

Die Bahncard und der ICE - zu sehen in der Dauerausstellung im DB Museum Nürnberg, Quelle: Mike Beims

Die Bahncard und der ICE - zu sehen in der Dauerausstellung im DB Museum Nürnberg


Rabatte vor Einführung der Bahncard

Rabatte im Allgemeinen gibt es bei der Bahn schon lange. Zum Beispiel den Seniorenpass, welchen es seit 1976 gab, oder den „Wuermeling-Pass“, benannt nach dem ehemaligen Familienminister Franz-Josef Wuermeling. Dank seines Einsatzes konnten kinderreiche Familien, laut Definition musste man dafür mindestens drei Kinder haben, vergünstigte Fahrscheine erwerben.

Das Ziel der Bahncard war es, für all diese schon existierenden Einzelangebote einen gemeinsamen Rahmen zu finden. Und das wurde definitiv erreicht. Die Bahncard ist ausnahmslos für jeden zu bekommen. Noch dazu gibt es viele verschiedene Kombinationsmöglichkeiten. Zeitweise galt zum Beispiel die ADAC-Mitgliedskarte an Wochenenden als BahnCard 25; ohne Aufpreis oder ähnliches. Auch die Ermäßigungen sind breit gefächert. Heute zahlt man nur im Alter zwischen 27 und 59 Jahren den vollen Preis für die Bahncard. Davor gilt man als junger Reisender, danach als Senior. Dies macht die Rabattkarte für sehr viele Altersgruppen attraktiv.

Bahncard nicht nur zum Bahnfahren

Schnell stellte sich heraus, dass diese Karte zu erfolgreich war, um damit „nur“ Fahrvergünstigungen zu erzielen. Bereits zwischen dem  1. Juli 1995 und dem 30. März 1999 und wieder seit dem 3. August 2009, konnten die Bahncards mit zusätzlicher Kreditkartenfunktion erworben werden. Mittlerweile gibt es noch viele weitere Zusatzangebote: Für Reisen von oder nach 124 deutschen Städten ist bei jedem gekauften Fahrschein ein City-Ticket kostenlos dabei. Mit diesem Extra kann man in der ausgewählten Stadt für eine einfache Fahrt die öffentlichen Verkehrsmittel benutzen, um den Startbahnhof oder seinen endgültigen Zielort zu erreichen. Auch Busse und Leihwagen können billiger genutzt werden. Und selbst bei großen Fußballturnieren ließ sich die Deutsche Bahn schon öfters etwas einfallen und nahm den Hype rund um jene Großereignisse clever mit.

Kritik und Farbwechsel

Als man im Jahr 2002 die Ermäßigung von 50% auf 25% heruntersetzte, brachte das jede Menge Unmut und Kritik mit sich. Um die Bahnkunden nicht zu vergraulen, wurde schon ein Jahr später ein komplett neues Konzept vorgestellt. Statt sich auf eine einzige Ermäßigungshöhe festzulegen, bot man fortan Karten für 25%, 50% und sogar 100% Rabatt an. Wie der Name vermuten lässt, kann man mit letztgenannter Karte ohne weitere Zahlungen beliebig häufig das ganze Jahr über  fahren. Dabei gilt sie, im Gegensatz zu den anderen Karten, selbst als Fahrschein. Von ihr wurden an den ersten drei Tagen nach Erscheinen  400 Exemplare verkauft. Mittlerweile gibt es etwa 44.000 Inhaber der Bahncard 100.

Die Bahncard im Wandel der Zeit, Quelle: Mike Beims

Die Bahncard im Wandel der Zeit


Mit diesen Neuerungen von 2003 stieg auch die Anzahl der Bahncard Kunden wieder an. Nachdem man 2002 die drei Millionen-Marke geknackt hatte, stand man 2012 bei einer Gesamtzahl von fünf Millionen Bahncard-Inhabern. Seither gab es nur noch kleinere Veränderungen rund um die Bahncard. Das markante Rot wurde durch ein freundliches Grün ersetzt, um zu symbolisieren, dass man mit 100% Ökostrom fährt und sich damit voll für die Umwelt einsetzt.

Karten in Zukunft überflüssig?

Trotz großen Erfolgs gibt es viele Herausforderungen für die Bahncard. Im digitalen Zeitalter ist es fraglich, ob es die Kunststoffkarten in ihrer aktuellen Form überhaupt noch braucht. Alternativen dazu gibt es sicherlich genug.