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TEE

Die Geschichte des Museumszuges

Der TEE-Zug des DB Museums erinnert noch heute an die glanzvolle Zeit des TEE-Verkehrs. Erfahren Sie mehr über die historischen Hintergründe und die einzelnen Fahrzeuge.

TEE – die drei Buchstaben stehen für „Trans Europ Express“, ein Verkehrsnetz mit luxuriösen Zügen, die einst Europas Großstädte miteinander verbanden.  In Deutschland verkehrten die TEE-Züge zwischen 1957 und 1987. Von den früheren Fahrzeugen sind nur wenige erhalten geblieben. Das DB Museum besitzt mehrere Wagen des früheren TEE Rheingold sowie zwei Elektrolokomotiven (E 03 001 und 103 113), die früher im TEE-Netz verkehrten und heute noch bei Sonderfahrten im Einsatz sind. Die Museumsfahrzeuge haben eine lange Geschichte hinter sich.


Die Geschichte des TEE

Ins Leben gerufen wurde der TEE-Zugverkehr Anfang der 1950er Jahre, in der Zeit des Wirtschaftswunders. Auto und Flugzeug machten der Bahn bereits starke Konkurrenz. Vor allem Geschäftsreisende, die auf Geschwindigkeit und Komfort beim Reisen besonders großen Wert legten, wandten sich zunehmend von der Bahn ab. Ein neues Zugangebot sollte diese Entwicklung aufhalten.

Die Idee zum TEE-Verkehr hatte der Direktor der niederländischen Eisenbahnen. An der Umsetzung beteiligten sich neben den Niederländern sieben weitere westeuropäische Bahngesellschaften. Nicht dabei waren die österreichische und die dänische Staatsbahn. Osteuropa war infolge des „Eisernen Vorhangs“ ausgeschlossen. 

Die acht westeuropäischen Eisenbahngesellschaften führten 1957 eine gemeinsame Zuggattung ein, den TEE. Die Gemeinsamkeiten bestanden darin, dass alle Züge denselben bordeauxrot-beigen Außenanstrich hatten, nur komfortable Wagen der 1. Klasse führten und mindestens 140 km/h schnell fahren konnten. Alle Züge waren eingebunden in ein länderübergreifendes Fernverkehrsnetz.

Ein TEE-Zug vor dem Kölner Dom


Die Vorbilder

Die Idee eines Fernverkehrsnetzes mit komfortablen und schnellen Zügen war nicht neu.  Bereits 1933 hatte die Deutsche Reichsbahn die „Fliegenden Züge“ eingeführt. Die dieselelektrisch oder dieselhydraulisch angetriebenen Schnelltriebwagen kamen im Schnellverkehr von und nach Berlin zum Einsatz und sollten vor allem Geschäftsreisende ansprechen.

Den bereits 1928 eingeführten Luxuszug „Rheingold“ hingegen nutzten vor allem gut betuchte Urlaubsreisende, darunter viele Engländer und Amerikaner, die in Holland mit dem Schiff anlandeten und zur Sommerfrische in die Schweiz fuhren. Mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs 1939 wurden sowohl der Schnellverkehr mit den Fliegenden Zügen als auch der Rheingold-Zug eingestellt.

Der „Fliegende Hamburger“ 1933 im Hauptbahnhof Hamburg


Die Fahrzeuge im TEE-Verkehr

Nach dem Ende des Krieges und mit Beginn des wirtschaftlichen Aufschwungs sollte der schnelle Fernverkehr wiederbelebt werden. Der TEE sollte neue europäische Verbindungen schaffen. Die Entwicklung gemeinsamer Fahrzeuge für das neue Netz gelang allerdings nicht. Zu unterschiedlich waren die Interessen der beteiligten Bahngesellschaften und der Industrieunternehmen in den jeweiligen Ländern.

Die gemeinsamen Kriterien für das Zugangebot des TEE bildeten jedoch die Grundlage für neue Fahrzeugentwicklungen in den beteiligten Ländern. In Deutschland setzte die Bundesbahn ab 1957 den dieselbetriebenen Schnelltriebwagen VT 11.5 ein. Er wurde zum „Gesicht“ des bundesdeutschen TEE-Verkehrs.

Mit der zunehmenden Elektrifizierung entwickelte die DB neue elektrisch angetriebene Lokomotiven, die deutlich schneller fahren konnten als Dieselfahrzeuge. Ein Meilenstein war die Entwicklung der Elektrolokomotive E 03/103, die eine Geschwindigkeit von bis zu 200 km/h erreichte. 1965 wurden die Vorserienloks erstmals vorgestellt. Die Serienlokomotiven bildeten ab 1970 das Rückgrat des Fernverkehrs der Bundesbahn. Auch im TEE-Verkehr kamen Fahrzeuge der neuen Baureihe zum Einsatz.

Ein TEE–Triebzug VT 11.5 und der TEE „Rheingold“ mit seinem berühmten Aussichtswagen im Kölner Hauptbahnhof, 1972


Der TEE Rheingold

Bereits 1951 hatte die Bundesbahn einen Fernschnellzug (FD) mit dem Namen „Rheingold“ eingeführt, der an den früheren Luxuszug gleichen Namens erinnern sollte und der ebenfalls entlang des Rheins verkehrte. Der Zug wurde 1965 zum „TEE Rheingold“ aufgewertet. Drei Jahre zuvor hatte die Bundesbahn neue klimatisierte Abteil- und Großraumwagen für den „Rheingold“ beschafft, darunter fünf Aussichtswagen, auch „Dome Cars“ genannt, die beim Publikum besonders beliebt waren.

In den 1970er Jahren dann ging die Zahl der Fahrgäste im TEE-Verkehr deutlich zurück. Für die meisten Reisenden war schlicht der Fahrpreis zu hoch. Nachdem der Intercity-Verkehr eingeführt worden war, der ab 1979 auch Wagen der 2. Klasse führte, verloren die TEE-Züge immer mehr an Bedeutung. Die DB versuchte den Rheingold-Zug noch touristisch zu vermarkten und führte unter anderem als rollende Bars eingerichtete Clubwagen ein, die für Veranstaltungen genutzt werden konnten. 1987 jedoch stellte die Bahn den gesamten TEE-Verkehr ein.

Ein Trans Europ Express am Rhein bei Oberwesel


Comeback als Museumszug

Anfang der 2000er Jahre dann ergriff das DB Museum die Initiative zum Erhalt einiger Fahrzeuge aus dem früheren TEE-Verkehr. Sie sollten als Museumszug zu neuem Leben erweckt werden.

Neben der Elektrolokomotive 103 113, die 2016 betriebsfähig vom Fernverkehr übernommen werden konnte, wurde 2015-18 die E 03 001 für den Museumszug wiederaufgearbeitet. Des Weiteren gehören dazu mehrere Reisezugwagen 1. Klasse und ein Clubwagen aus dem früheren TEE Rheingold sowie der Salonwagen des früheren Bundeskanzlers Helmut Schmidt, der vom Komfort her den TEE-Fahrzeugen entspricht. Heute sind die Fahrzeuge als Museumszug bei vielen Anlässen im Einsatz.