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TEE

Elektrolokomotive E 03 001/103 001-4

Die Lokomotive 103 001 ist eine von zwei Elektroloks der Baureihen 103.0/103.1, die im TEE-Zug des DB Museums im Einsatz sind. Die Lokomotiven dieser Baureihen prägten über Jahre das Erscheinungsbild der Deutschen Bundesbahn.

Bereits Anfang der sechziger Jahre beschäftigte sich die Deutsche Bundesbahn damit, eine Schnellfahrlokomotive für 200 km/h Höchstgeschwindigkeit zu entwickeln. Der Bedarf war durch den immer weiter zunehmenden Flug- und Individualverkehr entstanden, die der Eisenbahn Fahrgäste abnahmen. Um gegenzusteuern, war es dringend erforderlich, die Reisegeschwindigkeiten der Schnellzüge anzuheben.

Zunächst galt es Vorerhebungen und Untersuchungen anzustellen, wagte man sich doch in einen Geschwindigkeitsbereich, der bisher nur versuchsmäßig erreicht worden war. Laufwerke, die eine planmäßige Höchstgeschwindigkeit im Dauerbetrieb von 200 km/h zuließen, gab es bis dahin nicht und mussten erst neu entwickelt werden.

Anfangs wurde die Aufarbeitung der vier vorhandenen E 19 erwogen, die ursprünglich für eine Geschwindigkeit von 180 km/h ausgelegt waren, um damit die Versuchsfahrten durchzuführen. Jedoch ließ man diesen Gedanken schnell fallen, da das Starrrahmenfahrwerk der Loks veraltet war und somit keine brauchbaren Ergebnisse für eine neue Schnellfahrlok liefern konnte. Stattdessen dienten zwei Serienlokomotiven der bekannten Baureihe E 10 (E 10 299 und E 10 300) für Versuchsfahrten.

Mit beiden Fahrzeugen wurden verschiedene Drehgestellversionen und weitere für den Schnellverkehr benötigte Baugruppen erprobt. Die 110 300 befindet sich heute ebenfalls im Bestand der historischen Eisenbahnfahrzeuge des DB Museums und kann im Standort DB Museum Koblenz besichtigt werden.

Im Februar 1965 war es dann soweit, das erste Exemplar der neuen Baureihe E 03 verließ die Henschel-Werkhalle in Kassel. Insgesamt wurden in den folgenden Monaten vier Schnellfahrloks von Henschel ausgeliefert. Ihre Premiere feierten die Loks dann im gleichen Jahr auf der Internationalen Verkehrsausstellung (IVA) in München. Erstmalig beförderten sie zwischen München und Augsburg mit 200 km/h Höchstgeschwindigkeit ihre Züge.

Nachdem die IVA ihre Pforten geschlossen hatte, folgte vom Bahnbetriebswerk München HBF aus der planmäßige Einsatz vor TEE-, F- und D-Zügen. Allerdings konnten sie hierbei ihre Höchstgeschwindigkeit nicht ausfahren, da die Strecken noch nicht mit der erforderlichen Linienzugbeeinflussung ausgerüstet waren.

Seit der Fertigstellung der Serienloks der Baureihe 103 im Jahr 1970, die eine wesentlich höhere Leistung aufwiesen, wurden die Vorserienmaschinen hauptsächlich im Versuchsdienst bei den Bundesbahnzentralämtern in Minden und München eingesetzt. Beheimatet waren sie in Hamburg-Eidelstedt. Wenn sie keine Versuchszüge zogen, fanden sie auch vor normalen Eil- und Schnellzügen Verwendung.

Im Versuchsdienst beendeten die Loks ihren planmäßigen Einsatz. Zwei Loks blieben vom Schneidbrenner verschont, die E 03 001 und die E 03 004. Beide gehören heute zum Bestand des DB Museums. Die 103 001 fuhr später nochmals vor Sonderzügen. Sie erhielt im Jahr 1998 eine erneute Hauptuntersuchung im Werk Opladen und konnte bis 2006 eingesetzt werden. Eine weitere Hauptuntersuchung sollte nicht mehr erfolgen, da bereits Serienloks der BR 103 im Museumsbetrieb zum Einsatz kamen. Daher stand die Lok fortan in der Ausstellung des DB Museums.

Mit der Wiederinbetriebnahme des TEE durch das DB Museum reifte die Erkenntnis, auch die E 03 001 aus ihrem Dornröschenschlaf zu wecken. Mit der Wiederinbetriebnahme der E 03 001 steht somit neben der 103 113-7 eine weitere stilechte Lokomotive für den TEE-Zug des DB Museums zur Verfügung.



Technische Daten: 
FahrzeugnummerE 03 001/103 001-4
Indienststellung14.06.1965
HerstellerHenschel/Siemens-Schuckert
Höchstgeschwindigkeit                     200 km/h
Leistung5.940 kW
Länge über Puffer19.500 mm
Dienstgewicht112 t