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Bismarckwagen

Der Salonwagen von Reichskanzler Otto von Bismarck

Bismarck erhielt den Wagen vom Verein Deutscher Eisenbahn-Verwaltungen für seine Verdienste um die Reichsgründung. Der Salonwagen war das erste Originalfahrzeug im Besitz des "Königlich Bayerischen Eisenbahnmuseums" - heute DB Museum.

"Sehr erfreut über den Komfort und die mannigfachen Bequemlichkeiten“ zeigte sich der Reichskanzler von Bismarck bei der feierlichen Übergabe seines Salonwagens 1872. Das Geschenk ist offiziell eine Ehrung der Verdienste Bismarcks bei der Gründung des Deutschen Reiches, dem ersten deutschen Nationalstaat. Bismarck ist seit 1871 Reichskanzler des Staates.

Das Geschenk stammt vom Verein Deutscher Eisenbahn-Verwaltungen, einem Zusammenschluss der privatwirtschaftlich organisierten Bahnverwaltungen. Damit gilt es auch als ein Versuch, die Interessen der Privatwirtschaft in der aufkommenden Diskussion um die Verstaatlichung der Eisenbahnen gewahrt zu sehen.

Innenausstattung

Der Bismarckwagen besitzt vier Abteile: ein Abteil für die Dienerschaft, ein Arbeits- und Schlafkabinett, ein Toiletten- und Waschkabinett und den Salon. Besonders schön ist das aus wertvollem Mahagoniholz gefertigte Mobiliar. Sehr praktisch sind der beheizbaren Tisch zum Anrichten von Speisen und das Kühlfach. Von außen war der Wagen kaum von einem normalen Reisezugwagen zu unterscheiden. 

Nach Bismarcks Tod 1898 

Bei der Übergabe des Wagens an das Königlich Bayerische Eisenbahnmuseum, das 1899 öffnete und 1902 in Verkehrsmuseum umbenannt wurde, wiesen die Teppiche und Möbel zahlreiche Gebrauchsspuren auf. Zudem befanden sich im Mahagonischreibtisch noch diverse persönliche Gegenstände Bismarcks, Briefpapier, Formulare und ein Tintenfass. Diese Gegenstände und auch die Abnutzungsspuren wurden später entfernt. Der Bismarckwagen wurde im Zweiten Weltkrieg bei einem Bombeneinschlag wie andere Fahrzeuge auch beschädigt und nach Kriegsende ausgeplündert. Der Wagen erscheint heute restauriert, die Bezüge der Sofas und Sessel und die Wandverkleidung sind rekonstruiert. 

Technische Daten
Baujahr1872
HerstellerBerliner Fabrikation für Eisenbahnbedarf
Länge9.000 mm