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Dampflokomotive 50 622

Dampflokomotive für den mittelschweren und schweren Güterzugdienst

Als Ersatz für die verschiedenen Güterzuglokomotiven der Länderbauart mit niedriger Achslast plante die Deutsche Reichsbahn Ende der dreißiger Jahre des vorigen Jahrhunderts eine neue leistungsfähige Güterzuglokomotive mit 15 t Achslast.

Die Güterzuglokomotive der Deutschen Reichsbahn 50 622 diente als Mehrzwecklok für Haupt- und Nebenbahnen

Die Lokomotive sollte auf die Verfeuerung minderwertiger Kohle ausgelegt werden. Aus diesem Grund wurde die Rosfläche reichlich bemessen. Für die neue Bauart wurde die Baureihenbezeichnung 50 vergeben.

Im März 1939 wurden die ersten 12 Lokomotiven der neuen Baureihe 50 geliefert, von der 1.200 Exemplare geplant waren. Der, durch den ausgebrochenen Krieg, gestie-gene Transportbedarf beeinflusste nicht nur die Fertigungskapazität, auch die Stück-zahl stieg bis 1944 auf 3.146. Bereits 1942 wurde aus der BR 50 die vereinfachte Kriegslok der Baureihe 52 abgeleitet. Da die Fertigung nicht kurzfristig auf die neue Baureihe 52 umgestellt werden konnte wurde die Lok der BR 50 vereinfacht und als 50 ÜK (Übergangskriegslok) weiter produziert. Die Vereinfachungen gingen letztlich so weit, dass man kaum noch unterscheiden konnte ob es sich um eine Lok der BR 50 oder 52 handelte.

 

Die 50 622 wurde durch Henschel & Sohn GmbH gebaut und am 7.12.1940, dem 106. Geburtstag der Deutschen Eisenbahnen, ausgeliefert. Ihre erste Beheimatung war das Bahnbetriebswerk Stralsund. Ende 1944 wurde sie ins Rheinland umbeheimatet und zählte von 1947 bis 1961 zum Einsatzbestand des Bw Hohenbudberg im Ruhrgebiet, das viele Lokomotiven der Baureihe 50 beherbergte. Mit dem Beginn des Niedergangs der Montanindustrie im Ruhrgebiet verließ auch 50 622 im Jahr 1964 diese Region. Nach einem Zwischenaufenthalt im Bw Aachen West kam sie 1971 ins Bw Stolberg West, wo sie bis 1976 blieb. Am 28.09.1976 wurde 50 622 ausgemustert.

Im Vorfeld der 150 Jahrfeier der Deutschen Eisenbahnen wurde sie ins Aw Offenburg überführt und betriebsfähig aufgearbeitet. Danach wurde sie mehrere Jahre im Nostalgieverkehr der Deutschen Bundesbahn eingesetzt. Ein Kesselschaden beendete dann den Einsatz von 50 622, sie wurde aus Exponat im Rundschuppen des Bw Gostenhof ausgestellt. Im Oktober 2005 wurde die Lok beim Großbrand im Bw Gostenhof erheblich beschädigt. Im Jahr 2012 wurde 50 622 ins Dampflokwerk Meiningen überführt und ist im Mai 2013 in ausstellungsfähigem Zustand von dort ins Museum zurückgekehrt.

Technische Daten
Baujahr1940
HerstellerHenschel & Sohn GmbH, Kassel
Länge22.940 mm
Gewicht86,9 t
Leistung1.195 kW/1.625 PSi
Achsfolge1´E h2