. .

1990 - 2020

Weichenstellung für die Zukunft

20 Jahre nach Gründung der DB AG eröffnet das DB Museum eine neue Dauerausstellung zur jüngsten deutschen Eisenbahngeschichte. In einer multimedialen Schau können die Besucher ab April eintauchen in die ereignisreiche Zeit nach dem Mauerfall.

Die Jahrzehnte nach dem Fall der Berliner Mauer im November 1989 waren in mehrfacher Hinsicht eine Zeitenwende: Das Ende des „Kalten Krieges“ zwischen Ost und West traf zusammen mit nicht weniger epochalen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Umwälzungen. Bahnbrechende Entwicklungen wie die Digitalisierung und die Globalisierung nahmen in den 1990er Jahren Fahrt auf und haben seither unser Leben in vielen Bereichen verändert.

Aufbruch in die Gegenwart

Inmitten des Geschehens bewegten sich die deutschen Bahnen - auf die Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten folgte der Zusammenschluss von Reichsbahn und Bundesbahn. Die Politik nutzte die Gunst der Stunde für eine umfassende Bahnreform und rief 1994 ein neues Eisenbahnunternehmen ins Leben: die Deutsche Bahn AG. Diese blieb zwar weiterhin in Staatsbesitz, wurde jedoch nach privatwirtschaftlichen Grundsätzen organisiert. Das heißt, die DB musste sich von nun an im Wettbewerb auf dem Verkehrsmarkt aus eigener Kraft behaupten.

Bild vergrößern Eine Erfolgsgeschichte: Der ICE wurde zum Symbolbild der DB und des Hochgeschwindigkeitsverkehrs in Deutschland und dem benachbarten Ausland., Quelle: DB Museum

Eine Erfolgsgeschichte: Der ICE wurde zum Symbolbild der DB und des Hochgeschwindigkeitsverkehrs in Deutschland und dem benachbarten Ausland.

Welche Auswirkungen die neuen Verhältnisse auf die Bahn hatten, können die Besucher im DB Museum an vielen Beispielen erfahren. Zum einen werden die Erfolgsstorys präsentiert: die Einführung des ICE 1991 und damit der Beginn des Hochgeschwindigkeitsverkehrs in Deutschland, die Sanierung und Wiederbelebung zahlreicher bis dahin vernachlässigter Bahnhöfe oder der Einzug digitalen Fortschritts wie Internet und Mobile-Apps, was viele neue Möglichkeiten eröffnete, Angebote und Informationen an den Kunden zu bringen. In der Ausstellung kommen aber auch die kritischen Themen zur Sprache ­– etwa die Stilllegungen von ländlichen Bahnstrecken und Bahnhöfen, die im Zuge des Strukturwandels notwendig wurden, oder die gesellschaftliche Auseinandersetzung um das Großprojekt Stuttgart 21.

Strategien für die Zukunft

Im zweiten Teil der neuen Dauerausstellung, der die Bahn auf dem Weg in die Zukunft zeigt, wurde eine Weltneuheit verwirklicht: Wie auf dem berühmten „Holo-Deck“ des Raumschiffs Enterprise werden hier bewegte Bilder in einem schwarzen Raum mit einer Matrix aus weiß leuchtenden Linien projiziert: Strategien der DB für die Herausforderungen der Zukunft wie Sicherheitstechnik, Umwelt und Logistik im Zeitalter der Globalisierung werden vor den Besuchern mit 3-D-Effekten in Szene gesetzt. Sechs Audiostationen enthalten zusätzliche Informationen und Tondokumente zu den in der Filminstallation gezeigten Themen.

Mit der durchgängigen multimedialen Gestaltung steht der neue Ausstellungsteil in deutlichem Kontrast zu den übrigen Bereichen, so wie die neue Bahn sich deutlich von ihren Vorgängerinnen unterscheidet. Er schließt aber zugleich die große Dauerausstellung zur Geschichte der Eisenbahn in Deutschland ab. Seit April 2014 ermöglicht das DB Museum eine komplette Zeitreise vom Adler zum ICE.

.