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Phoenix

Die erste Schnellzuglokomotive

Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h war die „Phoenix“, auch Bad. IX (Ila alt), für schnelle Eisenbahnfahrten ausgelegt. Sie fuhr als eine der letzten für die badische Staatsbahn gebauten Crampton-Lokomotiven.

Gleich neben der schnellsten Dampflok der bayerischen Staatseisenbahnen, der S 2/6, steht die badische "Phoenix", die erste Schnellzuglokomotive. Im Vergleich sieht man den Unterschied deutlich. Der Schwerpunkt der von Thomas Russel Crampton entworfenen "Phoenix" liegt viel tiefer als bei der S 2/6. Der englische Ingenieur erreichte damit, dass die Treibachse hinter dem Verbrennungsofen, der Feuerbüchse, lag. Dadurch war das Gewicht besser verteilt und die Maschine lief stabiler. Auch erreichte der Engländer durch größere Treibräder eine geringere Drehzahl. Dies wirkte sich günstig auf die Zuverlässigkeit der Wasserpumpen aus, die von den Treibrädern angetrieben wurden.

Die Cramptonlokomotiven waren in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Frankreich und Deutschland weit verbreitet. Ihr geringes Gewicht und die schwache Zugkraft verdrängten die Baureihe jedoch nach und nach.

Die „Phoenix“ war bis 1903, zuletzt nur noch als Rangierlok bei der badischen Staatsbahn in Mannheim im Einsatz. Sie wurde im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt und Ende der 1950er Jahre wieder in Stand gesetzt. Heute ist sie die einzige in Deutschland im Original erhaltene Crampton-Lokomotive. 

Technische Daten                                                      
Baujahr   1863
Hersteller 

Maschinenbaugesellschaft Karlsruhe

Höchstgeschwindigkeit                     120 km/h
Länge                  13.000 mm
Gewicht29 t