. .

Schnellzuglok E 03 001

Lok für das neue Schnellfahrnetz

Anfang der 1960er Jahre plante die Deutsche Bundesbahn den Aufbau eines neuen Schnellfahrnetzes. Mindestens 200 km/h sollten im Netz möglich sein. Eine neue E-Lok musste entwickelt werden.

Über 3.000 Kilometer Gleistrassen sollte das neue Schnellfahrnetz der Bahn umfassen, rund 250 km mussten neu gebaut werden. Ein Großprojekt, das auch neue Maßstäbe an den Fahrzeugbau legte. Mit der E 03 entwickelte die deutsche Lokomotivindustrie eine entsprechend schnelle E-Lok. Sie hatte die Kraft von 8.090 PS, eine Leistung von 5.950 kW. Genug zum Ziehen von sieben bis acht Reisezugwagen.

Enlarge image Schnellzuglok E 03 in Sonderlackierung beige-blau

Im Rahmen einer Sonderaktion wird E 03 001 bis voraussichtlich Ende Oktober in den Farben blau-beige zu sehen sein.

Vier Prototypen wurden 1965 in Dienst gestellt. Sie unterschieden sich äußerlich nur wenig von den ab 1970 in Serie gebauten Lokomotiven der Baureihe. Mit ihrer parabelförmigen Schnauze war die E 03 auch die erste stromlinienförmige E-Lok seit der Entwicklung der E 19 in den 1930er Jahren. 1968 stellte die E 03 003 mit 291 km/h einen neuen deutschen Rekord für Schienenfahrzeuge auf, der erst vom ICE-V eingeholt wurde.

Die Lok prägte mit ihrem markanten Aussehen und durch ihren hauptsächlichen Einsatz im Intercity-Verkehr über Jahre das Erscheinungsbild der Deutschen Bundesbahn. In ihrer Farbgebung war die E 03 dem durch Europa fahrenden Trans Europ Express (TEE) angepasst. Die E 03 001 wurde 1989 aus dem Regelbetrieb genommen und im Auftrag des Bundesbahn-Zentralamtes im Versuchsbetrieb eingesetzt. Von 1997 bis 1999 wurde E 03 im Nostalgieverkehr eingesetzt, zum Beispiel als Zuglokomotive des „TEE Rheingold“.

Technische Daten
Baujahr 1965
Hersteller Henschel/Siemens
Höchstgeschwindigkeit 200 km/h
Länge    19.500 mm
Leistung  5.950 kW
Dienstgewicht108 t